PFAS–Check Schweiz
Auswirkungen von PFAS–Ewigkeitschemikalien  auf Mensch und Umwelt sowie nachhaltige Alternativen


PFAS-Untersuchungskampagne bei Milch und Tränkewasser in Appenzell Ausserrhoden

Veröffentlicht: 26.03.2026

Kurzbeschreibung der Kampagne

In Appenzell Ausserrhoden wurde 2025/26 eine freiwillige Untersuchungskampagne durchgeführt: Landwirtschaftsbetriebe ließen Milch und teils Tränkewasser auf PFAS analysieren, um Belastungen zu erfassen und Fokusgebiete mit erhöhten Werten zu identifizieren. Ziel war es, lokale Hotspots zu erkennen, ein flächendeckendes Problem auszuschließen und Grundlagen für weitere Abklärungen und Maßnahmen zu schaffen.

Anzahl entnommener Proben

169 Landwirtschaftsbetriebe nahmen freiwillig teil (Milch- und Tränkewasserproben).

Orte der Probenahme

Proben stammen von milchproduzierenden Betrieben in Appenzell Ausserrhoden, kantonsweit verteilt.

Analysemethode

Fokus auf PFOS, PFOA, PFNA, PFHxS plus weitere häufige PFAS. Qualitätssicherung: Isotopenstandards, Blind- und Kontrollproben, Wiederfindungen. LOQ/Messunsicherheit dokumentieren; Bewertung an EU‑Empfehlung 2022/1431 orientieren.

Hinweis: Aktuell keine Schweizer Höchstwerte speziell für Milch. Nutzung der EU‑Empfehlung 2022/1431 als praxisnahe Richtwerte. Bei künftigen nationalen Höchstwerten hätten Überschreitungen rechtliche Folgen.

Kritische Bewertung

Stärke: breite kantonale Abdeckung, einheitliche Methodik, klare Bewertung.

Befunde Milch

Bei 58 Betrieben lagen die PFAS-Werte in der Milch über dem EU-Richtwert von 0,02 µg/kg (Schweiz hat derzeit keinen verbindlichen Höchstwert für Milch). Die Überschreitungen reichen von leicht bis teils deutlich.

Befunde Tränkewasser

Bei 9 Betrieben ohne Milchproduktion wurden erhöhte PFAS-Werte im Tränkewasser festgestellt.

Schlussfolgerungen

In vielen Fällen Altlasten durch Ausbringung von Klärschlamm in den 1980er-Jahren. Für Milch bestehen in der Schweiz keine Höchstwerte; bisherige Lebensmittelproben zeigen keine Überschreitungen bestehender Höchstwerte. Öffentliches Trinkwasser erfüllt die Vorgaben.

Quellen

Resultate der PFAS-Untersuchungskampagne bei Milch und Tränkewasser in Appenzell Ausserrhoden: 
https://ar.ch/schnellzugriff/medienmitteilungen-der-kantonalen-verwaltung/detail/news/pfas-monitoring-bestaetigt-fokusgebiete/

Weitere Informationen zu PFAS im Kanton Appenzell Ausserrhoden:
https://ar.ch/verwaltung/departement-gesundheit-und-soziales/pfas/