Milchmonitoring PFAS Kanton Zürich
Veröffentlicht: 26.03.2026
Kurzbeschreibung der Studie
In der zweiten Jahreshälfte 2025 führte der Kanton Zürich ein einmaliges Monitoring von PFAS in Rohmilch durch.
Ziel war es,
- einen Überblick über die PFAS-Belastung der milchproduzierenden Betriebe zu gewinnen und
- den Betrieben zu ermöglichen, erhöhte PFAS-Gehalte frühzeitig zu erkennen und Massnahmen einzuleiten – bevor allenfalls gesetzliche Höchstwerte für Milch in Kraft treten.
Das Monitoring war freiwillig. Die Teilnahmebereitschaft der Betriebe war sehr hoch.
Anzahl entnommener Proben
Erstbeprobung
- Untersuchte Betriebe / Milchproben: 732
- Davon PFAS unter Richtwert oder nicht bestimmbar: 650 (≈89%)
- Gehalt beim oder über Richtwert: 82 (≈11%)
Zweitbeprobung (nur Betriebe mit PFOS beim/über Richtwert)
- Angebotene / durchgeführte Zweitproben: 71
- Davon zweites Resultat unter Richtwert: 12
- Zweites Resultat beim oder über Richtwert: 59
Probenorte
- Alle Milchviehbetriebe im Kanton Zürich mit mindestens drei Milchkühen wurden angeschrieben.
- Erstproben wurden mehrheitlich durch die Erstmilchkäufer genommen.
- Zweitproben (bei auffälligen Erstbefunden) wurden direkt ab Milchtank auf den jeweiligen Landwirtschaftsbetrieben durch das Kantonale Labor Zürich durchgeführt.
- Die Studie bildet damit die milchproduzierenden Betriebe im ganzen Kanton Zürich ab (flächendeckende kantonale Stichprobe).
Analysemethode
- Analyse durch das Kantonale Labor Zürich.
- Untersucht wurden die vier in der EU-Empfehlung genannten PFAS: PFOS, PFOA, PFNA, PFHxS.
Zusätzlich 16 weitere häufig verwendete PFAS (insgesamt 20 Substanzen). - Beurteilungsgrundlage war die EU-Empfehlung 2022/1431 mit Richtwerten für PFOS, PFOA, PFNA und PFHxS in Milch.
Wichtiges Resultat der Analytik
- In allen Proben mit nachweisbaren PFAS war die Belastung ausschliesslich auf PFOS zurückzuführen.
- Für die übrigen 19 untersuchten PFAS wurden keine Rückstände festgestellt.
PFAS-Richtwerte
Für Milch wurden die folgenden EU-Richtwerte (Empfehlung (EU) 2022/1431) als Orientierung verwendet:
Substanz | Richtwert in Milch (µg/kg) |
PFOS | 0,020 |
PFOA | 0,010 |
PFNA | 0,050 |
PFHxS | 0,060 |
Hinweis:
- In der Schweiz bestehen (Stand Bericht) keine gesetzlichen Höchstwerte für PFAS in Milch und Milchprodukten.
- Die EU-Richtwerte wurden pragmatisch als Schwelle verwendet, ab der weitergehende Abklärungen auf dem Betrieb sinnvoll sind. Sie sind nicht als toxikologisch definierter „Sicherheitsgrenzwert“ zu verstehen.
Tabelle der PFAS-Gehalte (Erst- und Zweitbeprobung)
Tabelle A – Erstbeprobung (PFOS-basiert, da andere PFAS nicht nachweisbar)
Kategorie | Anzahl Betriebe | Anteil |
Untersuchte Milchproben gesamt | 732 | 100% |
Keine PFAS bestimmbar oder unter Richtwert | 650 | ≈89% |
PFOS-Gehalt beim oder über Richtwert | 82 | ≈11% |
In allen 82 auffälligen Proben, die den Richtwert erreichten oder überschritten, war PFOS die einzige nachweisbare PFAS-Verbindung.
Tabelle B – Zweitbeprobung (nur Betriebe mit erhöhtem PFOS)
Kategorie | Anzahl Betriebe |
Betriebe mit Zweitprobe | 71 |
Zweitprobe: PFOS unter Richtwert | 12 |
Zweitprobe: PFOS beim oder über Richtwert | 59 |
Schlussfolgerungen aus der Zweitbeprobung
- Belastung ist teilweise veränderbar: PFOS-Gehalte in der Milch können sich im Zeitverlauf verändern
- Bei vielen Betrieben bleibt das Problem bestehen: Dazu bedarf es weiterer Abklärungen und Ursachenanalysen der PFAS-Belastungen
- Handlungsbedarf für Betriebe mit stabil erhöhten Werten
Stärken des Monitorings
- Breite Abdeckung: Mit 732 Betrieben ist das Monitoring im Kanton Zürich sehr umfassend und repräsentativ für die milchproduzierende Landwirtschaft.
- Proaktiver Ansatz: Der Kanton agiert, bevor gesetzliche Höchstwerte für Milch bestehen. Betriebe können frühzeitig Ursachen suchen und Massnahmen einleiten.
- Klare Bewertungsgrundlage: Orientierung an EU-Richtwerten (PFOS, PFOA, PFNA, PFHxS) schafft Transparenz und Vergleichbarkeit.
- Unterstützung der Betriebe: Kostenlose, vertrauliche Begleitung bei erhöhter Belastung (Strickhof, Zürcher Bauernverband).
Einordnung aus Verbrauchersicht
- Der überwiegende Teil der Milchproben (ca. 89 %) liegt unter den herangezogenen Richtwerten oder weist keine PFAS auf.
- Gleichzeitig zeigt das Monitoring, dass bei einem relevanten Minderanteil der Betriebe PFOS in einer Höhe vorkommt, die betriebliche Massnahmen sinnvoll macht.
Hinweis:Trotz positiver Beprobung der Milch auf PFAS besteht derzeit keine akute Gesundheitsgefährdung.
Quelle
Milchmonitoring PFAS Kanton Zürich: In gemeinsamer Zusammenarbeit mit dem Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL), Amt für Landschaft und Natur (ALN), Veterinäramt (VETA) und dem Kantonalen Labor Zürich (KLZH)