PFAS-Konzentration in Schweizer Böden
Kurzbeschreibung der Studie
Auswertung von 1070 PFAS-Bodenmessungen aus der ganzen Schweiz, um ein möglichst vollständiges Bild der PFAS-Belastung in Böden zu erhalten. Die Daten stammen aus kantonalen Kampagnen, Verdachtsflächen-Untersuchungen und der Nationalen Bodenbeobachtung; untersucht werden Verbreitung, Konzentrationsbereiche und typische Hotspots. Es wurden für die Übersicht Daten aus Messkampagnen der letzten Jahre bis zur Auswertung 2026 zusammengetragen.
Probenorte
- Landwirtschaftsflächen (inkl. Klärschlammstandorte)
- Siedlungs- und Industriegebiete
- Wald und Grasland (inkl. Berggebiete > 1000 m)
- Hotspots wie frühere Feuerwehrübungsplätze (Löschschaum-Einsatz).
Analysemethode
- Laboranalytik mittels Flüssigchromatographie gekoppelt mit Tandem-Massenspektrometrie (LC‑MS/MS) für ein Panel von PFAS-Verbindungen (u. a. perfluorierte Carbonsäuren und Sulfonate, z. B. PFOS, PFOA).
- Daten aus verschiedenen Messkampagnen wurden vereinheitlicht ausgewertet; Details (Grenzwerte, LOQ, Analytliste) stehen im Original-PDF.
PFAS-Grenzwerte für Landwirtschaftsböden
- Zum Zeitpunkt der Studie: keine definitiven schweizweiten PFAS-Grenzwerte für Böden in Kraft.
- Das BAFU erarbeitet im Rahmen der Motion 22.3929 Boden-Grenzwerte und einen Aktionsplan zu langlebigen Chemikalien; pdie Studie dient als Entscheidungsgrundlage.
Ergebnisse der Messungen
- Gesamt-PFAS (Summe der gemessenen Stoffe), Median über alle Proben: 2,4μg/kg Boden
- Beispiel-Hotspots (Medianwerte, gerundet, Angaben aus Medieninfos/sekundären Zusammenfassungen):
- Löschschaum-Standorte: ca. 20𝜇g/kg
- Flächen mit vermuteter Klärschlamm-Ausbringung: ca. 14,3𝜇g/kg
- Niedrig belastete Standorte: Grasland >1000m: ca. 1,02𝜇g/kg
- Wald generell mit deutlich tieferen Werten als Hotspots.
(Exakte Tabellen: siehe Originalbericht)(Exakte Tabellen: siehe Originalbericht)
Kritische Bewertung
- Bestätigung einer flächendeckenden Hintergrundbelastung und klarer Hotspots (Löschschaum, Klärschlamm).
Folgerungen für Landwirtschaft/Politik
- PFAS sind im Boden praktisch überall vorhanden; Hotspots erreichen teils deutlich höhere Werte.
- Sanierung ist technisch schwierig und teuer (Bodenabtrag/ -ersatz), daher Fokus auf Vorsorge und Regulierung.
- Relevanz für Lebensmittelproduktion (Aufnahme in Pflanzen/Tiere) ist gegeben, Schwellenwerte für „kritische“ Bodenbelastungen sind aber noch unzureichend geklärt.
Quelle
BAFU: "PFAS‑Konzentrationen in Schweizer Böden – eine Übersicht. Studie der ZHAW und ETH Zürich im Auftrag des
PFAS-Gehalte in Zürcher Landwirtschaftsböden
Kurzbeschreibung der Studie
Die Auswertung der PFAS-Gehalte in Zürcher Landwirtschaftsböden untersucht das Vorkommen verschiedener per- und polyfluorierter Alkylsubstanzen in Böden landwirtschaftlich genutzter Flächen. Ziel der Untersuchung war es, zu bestimmen, ob die gemessenen Konzentrationen über der natürlichen Grundbelastung liegen und ob potenzielle Risiken für Bodenqualität oder Lebensmittelproduktion bestehen. Die Proben zeigten weit überwiegend niedrige PFAS-Gehalte, die unterhalb der definierten Orientierungswerte für Böden liegen. Lediglich vereinzelte Messpunkte näherten sich der Referenzschwelle, überschritten sie jedoch nicht. Die Studie liefert eine wichtige Grundlage für zukünftige Umweltbeobachtungen und Bewertungen im Kanton Zürich.
Anzahl entnommener Proben
Es wurden insgesamt 33 Bodenproben aus landwirtschaftlich genutzten Parzellen entnommen.
Probenorte
Die Proben wurden an verschiedenen Standorten im Kanton Zürich entnommen, darunter Ackerland, Grünland sowie Flächen mit potenziellen Einträgen aus Siedlungs- oder Verkehrsbereichen.
Analysemethode
Die Analyse der PFAS erfolgte mittels Flüssigchromatografie mit Massenspektrometrie (LC-MS/MS), welche eine präzise Quantifizierung einzelner PFAS-Verbindungen im Boden ermöglicht.
PFAS-Grenzwerte für Landwirtschaftsböden
In der Schweiz bestehen keine gesetzlichen PFAS-Grenzwerte für Böden. Der Kanton Zürich definiert jedoch einen Orientierungswert von 5 ng/g als Grenze der natürlichen Grundbelastung. Werte über diesem Schwellenwert gelten als erhöht und werden genauer bewertet.
Ergebnisse der Messungen
PFAS-Substanz | Messwert (ng/g Boden) |
PFOS | 1.2 |
PFOA | 0.8 |
PFNA | 0.4 |
PFHxS | 0.6 |
Summe PFAS | 3.5 |
Grafische Darstellung
Die folgende Grafik zeigt die gemessenen PFAS-Werte im Vergleich zum Orientierungswert von 5 ng/g:
Kritische Bewertung
Die Messwerte liegen sämtlich unterhalb des Referenzwerts von 5 ng/g und sind daher nicht als kritisch einzustufen. Die höchsten Werte wurden bei der Summe PFAS gemessen, bleiben jedoch deutlich unterhalb der Bewertungsgrenze. Die Befunde weisen insgesamt auf eine (noch) geringe PFAS-Belastung landwirtschaftlicher Böden im Kanton Zürich hin.
Quelle
Kanton Zürich (2025): "PFAS-Gehalte in Zürcher Landwirtschaftsböden"
Webseite:https://www.zh.ch/de/umwelt-tiere/umweltschutz/pfas-im-kanton-zuerich.html
