PFAS–Check Schweiz
Auswirkungen von PFAS–Ewigkeitschemikalien  auf Mensch und Umwelt sowie nachhaltige Alternativen

PFAS in tierischen Lebensmitteln

Schweizweite Kampagne zum Vorkommen von PFAS in tierischen Lebensmitteln

Kurzbeschreibung der Kampagne

Der Verband der Kantonschemikerinnen und -chemiker (VKCS) führte 2025 eine nationale Kampagne durch, um PFAS in Fleisch, Eiern, Fisch sowie Milch- und Milchprodukten zu untersuchen. Ziel war herauszufinden, ob gesetzliche Höchstwerte eingehalten werden und wo erhöhte Belastungen auftreten. Gleichzeitig sollten Daten zu bisher nicht regulierten PFAS gesammelt werden.

In welchen Lebensmitteln PFAS vorkommen

PFAS wurden in Fleisch (Rind, Schwein, Schaf, Geflügel, Wild), Eiern, zahlreichen Fischarten sowie in Milch, Käse, Butter, Rahm und Joghurt untersucht. In allen Kategorien konnten PFAS zumindest vereinzelt nachgewiesen werden.

Anzahl der entnommenen Proben

Es wurden 889 amtliche Proben aus Fleisch, Eiern und Fisch entnommen. Zusätzlich analysierte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) 276 Proben von Milch und Milchprodukten. Damit umfasst die Kampagne insgesamt 1’165 Proben.

Orte der entnommenen Proben

Die Proben wurden schweizweit sowie in Liechtenstein erhoben – unter anderem in Produktionsbetrieben, Import- und Verarbeitungsbetrieben, Metzgereien, Fischhandlungen, Eiersammelstellen, Detailhandel, Hofläden und Marktständen.

Offizielle PFAS-Grenzwerte gemäß EU-Verordnung (EU) 2023/915

Die folgende Grafik zeigt ausschließlich die gesetzlich festgelegten Höchstgehalte für PFOS, PFOA, PFNA, PFHxS und die Summe dieser vier PFAS in Fleisch und Eiern – vollständig konform mit der Verordnung (EU) 2023/915.


Analyseergebnisse in Fleisch, Eiern, Fisch und Milchprodukten

  • Fleisch: Die meisten Proben waren sehr niedrig belastet. Fünf Rindfleischproben überschritten den PFOS-Grenzwert. 
  • Eier: PFOS wurde in 24.8 % der Proben nachgewiesen, meist in tiefen Mengen. Eine Probe überschritt den Höchstwert. 
  • Fisch: PFOS dominierte deutlich; ein Egli wies den Höchstwert von 62.7 µg/kg auf und überschritt damit den Grenzwert. 
  • Milch & Milchprodukte: Nur PFOS wurde nachgewiesen; einzelne Milch-, Joghurt- und Käseproben lagen über Richtwerten.

Lebensmittel mit den höchsten PFAS-Werten

Fisch aus Seen weist die höchsten PFAS-Gehalte auf – besonders PFOS. Auch einzelne Rind-, Schaf- und Eierproben können erhöhte Werte aufweisen. Milchprodukte zeigen nur vereinzelt erhöhte PFOS-Gehalte.

Aktuelle PFAS-Grenzwerte

Seit 2024 gelten in der Schweiz die EU-Höchstgehalte für PFOS, PFOA, PFNA, PFHxS und deren Summe für Fleisch, Eier und Fisch. Für Milchprodukte existieren Richtwerte, aber keine verbindlichen Höchstwerte.

Quellen

BLV/VKCS (2025): Schweizweite Kampagne zum Vorkommen von PFAS in tierischen Lebensmitteln

Webseite: https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/lebensmittel-und-ernaehrung/lebensmittelsicherheit/stoffe-im-fokus/kontaminanten/per-und-polyfluorierte-alkylverbindungen-pfas.html

PDF Download: https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/lebensmittel-und-ernaehrung/lebensmittelsicherheit/stoffe-im-fokus/bericht-pfas-kampagne.pdf.download.pdf/PFAS_Bericht_VKCS_BLV_17_11_2025%20DE.pdf