PFAS–Check Schweiz
Auswirkungen von PFAS–Ewigkeitschemikalien auf Mensch und Umwelt sowie nachhaltige Alternativen

PFAS in Grund- und Oberflächenwasser

PFAS-Belastung von Grund- und Oberflächenwasser im Kanton Zürich

Kurzbeschreibung der Studie

Die Studie untersuchte die Belastung von Grund- und Oberflächenwasser im Kanton Zürich mit PFAS. Ziel war es, das Ausmass, die geografische Verteilung sowie mögliche Risiken der PFAS-Kontamination zu erfassen. Gemessen wurden die Konzentrationen von PFOS, PFHxS und PFOA.

Es wurden 100 Grundwasserfassungen im Rahmen der NAQUA Pilotstudie des Bundes und in kantonalen Programmen auf PFAS untersucht 
(Erhebungen 2021-2024). Der Einzelstoff mit den höchsten Befunden war PFOS. Der Höchstwert der TBDV von 0.3µg/l wurde an allen Messstellen eingehalten. Der höchste Befund lag bei 0.15 µg/l.

PFOS ist der am häufigsten detektierte Einzelstoff, während die Summe aller PFAS an einigen Messstellen Werte erreicht, die ab 2026 als kritisch gelten. Die Ergebnisse dienen als wissenschaftliche Grundlage für zukünftige Risikobewertungen und Massnahmen zur Gewässerqualität.

Anzahl Proben

• 100 Grundwasserproben
• 50 Oberflächenwasserproben

Probenorte

Die Proben wurden an verschiedenen Messstellen im gesamten Kanton Zürich entnommen. Dazu gehören Grundwasserfassungen, Flüsse und Seen. Quellwasser weist am wenigsten PFAS-Belastung auf. Oberflächenwasser zeigt häufiger PFAS als Quellwasser, allerdings ist die Zahl der Proben klein. Grundwasser ist in der Schweiz die am stärksten von PFAS betroffene Ressource, vor allem wenn es in der Nähe von Industrie- oder Risikostandorten liegt.

Analysemethoden

Flüssigchromatographie gekoppelt mit Tandem-Massenspektrometrie (LC‑MS/MS).

PFAS-Grenzwerte in der Schweiz

Aktuell geltende Grenzwerte (TBDV - Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen):

• PFOS: 0.3 µg/L
• PFHxS: 0.3 µg/L
• PFOA: 0.5 µg/L

Stand: 17.04.2026

Vergleich zu PFAS-Grenzwerten in der EU (verpflichtend seit 12.01.2026)

Parameter

Definition

EU-Trinkwasser-Grenzwert

Stärken

Einschränkung

PFAS-20

Summe aus den 20 gelisteten PFAS-Verbindungen*

≤ 0,1 µg/L

zielgerichtete, spezifische Überwachung der 20 gelisteten PFAS-Verbindungen

erfasst nur die 20 priorisierten PFAS-Verbindungen

PFAS-total

Summenparameter mit Gesamtanalyse aller PFAS

≤ 0,5 µg/L

Schutzkonzept mit breiterer Abdeckung von PFAS-Verbindungen

weniger spezifisch auf einzelne Verbindungen ausgerichtet

Hinweis: EU-Staaten müssen jeweils eines der beiden Grenzwert‑Konzepte national festlegen und überwachen.

Quellen:

Europäische Union (2020): "Richtlinie (EU) 2020/2184 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2020 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Neufassung)"
Webseite EUR-Lex: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32020L2184

Europäische Kommission (2024a): "Bekanntmachung der Kommission — Technische Leitlinien bezüglich der Analyseverfahren zur Überwachung der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in Wasser für den menschlichen Gebrauch"
Webseite EUR-Lex: https://eur-lex.europa.eu/eli/C/2024/4910/oj

Messergebnisse

PFAS-Substanz

Messbereich (µg/L)

Bemerkung

PFOS

0.002 – 0.15

Häufigster Einzelstoff

PFOA

<0.001 – 0.01

Verbreitet, niedrige Konzentrationen

PFNA

<0.001 – 0.005

Vereinzelt nachgewiesen

PFHxS

<0.001 – 0.02

In mehreren Proben nachgewiesen

PFPeA

<0.001 – 0.005

Selten nachgewiesen

PFHxA

<0.001 – 0.01

Häufig vorhanden, niedrige Konzentrationen

PFHpA

<0.001 – 0.008

Vereinzelt vorhanden

PFBS

<0.001 – 0.004

Sehr niedrige Werte

PFBA

<0.001 – 0.003

Niedrigste Werte

Summe PFAS-20

<0.001 – 0.37

Höchstwert über EU-Grenzwert!

Grundwasser

PFAS wurden an einem Teil der untersuchten Grundwassermessstellen im Kanton Zürich nachgewiesen. An vielen Messstellen lag die Summe der gemessenen PFAS im sehr tiefen Konzentrationen vor. Einzelne Messstellen zeigten erhöhte Konzentrationen, die auf bekannte Punktquellen (v. a. frühere Einsätze von PFAS-haltigen Löschschäumen oder belastete Standorte wie Deponien/Industrieareale) zurückzuführen sind. Die aktuell geltenden Grenz- bzw. Richtwerte für Trinkwasser/Grundwasser wurden nur vereinzelt erreicht oder überschritten.

Oberflächengewässer

In vielen untersuchten Fliessgewässern wurden PFAS nachgewiesen, meist in tiefen Konzentrationen. Erhöhte Werte fanden sich vor allem in Gewässerabschnitten, in die grössere Anteile gereinigtes Abwasser eingeleitet wurden (Zu-/Abflüsse von Abwasserreinigungsanlagen) oder im Einflussbereich bekannter PFAS-Quellen. Insgesamt lagen die PFAS-Konzentrationen in Oberflächengewässern im Kanton Zürich überwiegend unterhalb der heute geltenden oder diskutierten Bewertungs– und Richtwerte, einzelne Hotspots wurden aber vertieft untersucht.

Fazit

PFAS sind im Kanton Zürich im Grund- und Oberflächenwasser weit verbreitet nachweisbar, meist in sehr geringen Konzentrationen. Auffällige Messstellen stehen in klarer räumlicher Beziehung zu bekannten Quellen (Löschschäume, Deponien, industrielle Einleitungen). Hier leitet der Kanton weitere Abklärungen bzw. Massnahmen ein. Für die Trinkwasserversorgung signalisierte der Bericht: Die aktuellen gesetzlichen Vorgaben wurden im Kanton Zürich weitgehend eingehalten. Problematische Einzelfälle werden überwacht und bearbeitet.

Quelle

Kanton Zürich (2025): "PFAS-Gehalt im Grund- und Oberflächenwasser"
Webseite: https://www.zh.ch/de/umwelt-tiere/umweltschutz/pfas-im-kanton-zuerich.html