PFAS–Check Schweiz
Auswirkungen von fluorierten Chemikalien (PFAS) auf Mensch und Umwelt sowie fluor- und PFAS-freie Alternativen

TFA hat schädliche Wirkung auf die Fortpflanzung (Fertilität)

TFA: Neue EU-Einstufung als fortpflanzungsschädlich

TFA (Trifluoressigsäure) ist ein sehr langlebiges Abbauprodukt aus der PFAS‑Stoffgruppe und wird zunehmend als Risiko für Umwelt und Gesundheit diskutiert. Weil TFA kaum abgebaut wird und gut wasserlöslich ist, kann es sich über den Wasserkreislauf weit verbreiten und langfristig in Gewässern und Grundwasser nachweisbar sein. Neue Bewertungen auf EU‑Ebene stufen TFA zudem als schädlich für die Fortpflanzung ein.

Was ist TFA?

  • Trifluoressigsäure (TFA), eine PFAS‑Verbindung
  • extrem persistent (sehr langlebig, kaum abbaubar)
  • kann sich über längere Zeit in der Umwelt anreichern

Woher kommt TFA?

TFA kann direkt genutzt werden oder als Abbauprodukt entstehen:

  • Abbauprodukt von fluorhaltigen Stoffen, u. a.: bestimmten Pestiziden und Kühlmitteln (z. B. aus Anwendungen in Klima- und Kältetechnik)
  • Einsatz in chemischen/industriellen Prozessen, u. a. in der Pharmaherstellung
  • Entstehung über die Atmosphäre: aus entweichenden Vorläuferstoffen, die durch UV‑Strahlung zu TFA werden anschliessender Eintrag über Niederschläge in Böden und Gewässer

Bewertung durch die EU

  • Prüfung durch die EU‑Chemikalienbehörde (ECHA)
  • Einschätzung des zuständigen Prüfausschusses: TFA sei sehr langlebig und besonders problematisch
  • neue Einstufung: schädlich für die Fortpflanzung

Genannte mögliche gesundheitliche Auswirkungen

  • mögliche Verringerung der Fruchtbarkeit
  • mögliche Schädigung des ungeborenen Kindes
  • mögliche Beeinträchtigungen von Schilddrüse und Leber

Warum ist TFA aus Umweltsicht besonders relevant?

  • gut wasserlöslich und damit im Wasserkreislauf leicht verbreitbar
  • kann in Böden, Oberflächengewässer und Grundwasser gelangen
  • eine vollständige Entfernung aus Abwasser wird als schwierig beschrieben
  • die Belastung kann dadurch langfristig bestehen bleiben

Einordnung in die aktuelle Debatte

Die Einstufung von TFA ist auch im Kontext der Diskussion um strengere PFAS‑Regeln wichtig. Im Zentrum steht die Frage, wie Einträge von langlebigen PFAS‑Stoffen wirksam reduziert werden können, um Umwelt und Gesundheit langfristig zu schützen.

Fazit

Die neue EU‑Bewertung verstärkt den Handlungsdruck: TFA wird nicht nur wegen seiner Langlebigkeit, sondern auch wegen möglicher gesundheitlicher Folgen kritischer eingestuft. Da sich TFA über verschiedene Quellen verbreiten kann und im Wasserkreislauf eine besondere Rolle spielt, wird die Reduktion von Einträgen zu einer zentralen Vorsorgefrage für den Schutz von Mensch und Umwelt.

Quelle

ARD Tagesschau: https://www.tagesschau.de/ausland/eu-chemikalienbehoerde-tfa-hochgefaehrlich-100.html

Publiziert: 10.06.2026