PFAS–Check Schweiz
Auswirkungen von fluorierten Chemikalien (PFAS) auf Mensch und Umwelt sowie fluor- und PFAS-freie Alternativen

PFAS in Glarner Böden und Milch

Kurzbeschreibung der Untersuchung

Der Kanton Glarus führte zwei Messkampagnen durch, um die PFAS-Belastung einzuordnen: eine Bodenuntersuchung (Sept.–Okt. 2025) und eine zweite Kampagne mit Fokus auf Flächen mit mutmasslicher Klärschlamm-Ausbringung (Jan.–Feb. 2026). Zusätzlich wurden Rohmilchproben untersucht: zuerst im Herbst 2025, danach eine risikobasierte Nachuntersuchung im Winter 2026.

Standorte

  • Oberboden (kantonsweit): In beiden Messkampagnen wurde PFAS in allen entnommenen Oberboden-Proben nachgewiesen. Der Bericht spricht deshalb von einer grossflächigen Belastung im Kanton Glarus.
  • Verdachtsflächen: Zusätzlich wurden Flächen untersucht, bei denen ein Eintrag durch Klärschlamm und/oder Feuerlöschschaum vermutet wurde. Auf solchen Verdachtsflächen wurden zwar die höchsten Konzentrationen gemessen, allerdings zeigten nicht alle verdächtigen Standorte erhöhte Werte.
  • Rohmilch: Untersucht wurden Rohmilchproben aus Milchsammelstellen sowie von einzelnen Betrieben. In einer ersten Messreihe war 1 von 5 Sammelstellen-Proben auffällig. In einer späteren, risikobasierten Untersuchung deuteten die Ergebnisse zudem bei 3 weiteren Betrieben auf eine PFAS-Belastung hin.

Einschätzung

Die kantonalen Behörden gehen von einer höheren Hintergrundbelastung in Schweizer Böden aus als bislang angenommen und stützen sich dabei auf eine BAFU-Studie (März 2026), die in über 99% der ausgewerteten Bodenproben PFAS nachweisen konnte. Gleichzeitig wird betont, dass es in der Schweiz keine Grenzwerte für PFAS in Böden gibt – daher seien belastungsbezogene Schlussfolgerungen zur ökologischen Verträglichkeit derzeit nur eingeschränkt möglich. Die Untersuchungen gelten als Anfang und werden ausgedehnt (u. a. auf Grundwasser).

Fazit

Der Bericht zeichnet ein Bild, in dem PFAS im Kanton Glarus nahezu flächendeckend im Oberboden nachweisbar ist und in einzelnen Rohmilchproben ebenfalls auftaucht. Weil verbindliche Boden-Grenzwerte fehlen, liegt der Schwerpunkt aktuell auf weiteren Abklärungen (v. a. Grundwasser) und auf der Koordination des weiteren Vorgehens zwischen Behörden, betroffenen Landwirten und Grundeigentümern.

Quellen

Webseite des Kantons Glarus: https://www.gl.ch/public-newsroom.html/31/newsroomnews/14838/title/pfas-in-glarner-b%C3%B6den-nachgewiesen

Publiziert: 30.03.2026

linth24.ch: https://linth24.ch/articles/372994-pfas-in-glarner-boeden-und-milch

Publiziert: 07.04.2026